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Teil 78 – Lucas und Lena und die Piratenparty auf dem Sternenmeer

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Am achtundsiebzigsten Abend waren Lucas und Lena eigentlich schon müde – aber ihr Kopf war noch auf hoher See.
Tagsüber hatte es eine richtige Piratenparty gegeben, mit Augenklappen, Schiffshüten, „Ahoi“-Rufen und einer Schatzsuche im Kindergarten.
„Ich glaube, ich schaukel innerlich noch“, murmelte Lucas im Bett.
„Ich auch“, sagte Lena. „Mein Bauch fühlt sich an wie ein kleines Boot.“

Sie drehten sich zum Fenster.
Der Sternenfreund stand am Himmel, heute mit einem winzigen Leuchtring um sich herum, der aussah wie ein Piratenrad.
Unter ihm glitzerte der Himmel ein bisschen anders – wie Wasser aus Licht, das ganz langsam Wellen schlug.
„Das ist das Sternenmeer“, flüsterte Lena.
In diesem Moment schob sich aus dem Dunkel ein kleines Schiff aus Sternenstaub ins Zimmer, gerade groß genug für zwei Kinder, mit einem Segel, auf dem nur ein leuchtender Stern statt eines Totenkopfes prangte.

„Willkommen auf der ‚Freundlichen Funkenflotte‘“, sagte die vertraute Stimme ihres Sternenfreundes.
„Heute machen wir eine letzte, ganz ruhige Schatzfahrt für euren Tag.“
Lucas und Lena „stiegen“ im Gedanken an Bord – sie blieben im Bett, aber in ihrem Kopf standen sie auf dem weichen Deck, das sich anfühlte wie eine Decke.
Das Sternenschiff glitt über das Lichtmeer, ohne zu ruckeln, und hinter ihm wurden die lauten Geräusche der echten Piratenparty leiser, wie Wellen, die langsam an den Strand rollen.

Am Bug des Schiffes hing eine kleine Karte aus Licht.
Sie zeigte keine Inseln mit gefährlichen Zeichen, sondern drei ruhige Orte: eine goldene Sandbucht, eine Wolkeninsel und eine stille Sternenbucht.
„Der Schatz ist in allen drei Verstecken“, erklärte der Sternenfreund. „Ihr müsst nur herausfinden, was ihr mitnehmen wollt."

Zuerst segelten sie zur goldenen Sandbucht.
Auf dem Licht-Sand lagen Bilder vom Tag: Lucas mit Piratenhut, wie er mit anderen Kindern lacht; Lena, wie sie „Ahoi“ ruft; das gemeinsame Suchen nach der Schatztruhe, die Aufregung, als jemand „Ich hab was gefunden!“ rief.
„Was ist hier der Schatz?“, fragte Lena.
Lucas überlegte. „Das gemeinsame Rumrennen“, sagte er schließlich.
Sie sahen zu, wie dieses Gefühl wie ein kleiner, goldener Stein in ihre Herzen sank – leicht, nicht schwer.

Dann steuerte das Sternenschiff die Wolkeninsel an.
Dort schwebten die leiseren Momente: ein tiefes Einatmen, als der Wind über den Piratenplatz strich; eine Hand, die seine Augenklappe richtig rückte; ein „Du bist ein guter Pirat“ von jemandem Großen.
„Die Wolkenschätze sind die ruhigen Sachen“, meinte Lena.
„Die nehmen wir als Kissen mit“, schlug Lucas vor.
Die Bilder wurden zu kleinen, weichen Wolken, die sich über ihren Köpfen im Bett niederließen – unsichtbar, aber fühlbar als Ruhe.

Zum Schluss erreichten sie die stille Sternenbucht.
Hier gab es keinen Lärm mehr, nur das Geräusch von sehr langsamem Wasser und ein glühender Punkt: der eigentliche Schatz des Tages.
„Was ist das?“, fragte Lucas.
„Das Wissen, dass ihr mutig und fröhlich wart – und jetzt nichts mehr beweisen müsst“, antwortete der Sternenfreund.
Der Punkt wurde zu einem winzigen Stern und legte sich zwischen Lucas und Lena auf die Bettdecke, genau dort, wo ihre Hände sich treffen konnten.

Das Sternenschiff wurde kleiner, bis es nur noch wie ein Spielzeug im Himmel aussah.
Das Lichtmeer glättete sich und wurde wieder zum normalen Nachthimmel.
Lucas spürte kein Schaukeln mehr, eher ein warmes Nachglühen, wie nach einem langen Tag am Strand.
„Ich glaube, wir haben heute alles gefunden, was wir finden mussten“, flüsterte er.
„Der Rest darf weiterschlafen“, sagte Lena und legte vorsichtig einen Finger auf den kleinen Schatzstern zwischen ihnen.

Der Sternenfreund funkelte ein wenig heller.
„Gute Nacht, Piratenkinder“, murmelte er.
Der Schlaf kam wie eine sehr langsame Welle, die sie beide sanft an einen Traumstrand legt – mit einem kleinen Sternschatz in der Mitte, der daran erinnert, wie schön es ist, wenn ein lauter Piratentag am Ende ganz leise wird.