Teil 5 - Lucas und Lena und der Traumgarten
Am fünften Abend flüsterte der Sternenfreund einen sanften Wind herbei, der Blüten aus Licht auf die Wiese zauberte. Erst waren es nur ein paar kleine Punkte, dann wurden es immer mehr, bis die ganze Wiese von glitzernden Knospen bedeckt war. Sie wuchsen zu einem leuchtenden Traumgarten heran, mit Blumen, die in allen Regenbogenfarben sangen.
„Lass uns spielen!“, rief Lena begeistert und sprang auf. Die Blüten schwankten, aber sie knickten nicht um; sie wirkten stark und doch weich, wie aus Licht gewebt. Lucas folgte ihr, seine Augen groß vor Staunen.
Lucas pflückte eine Blume, die aussah wie ein kleiner Stern mit glänzenden Blättern. In dem Moment, als er sie in der Hand hielt, verwandelte sie sich in einen schimmernden Schmetterling. Der flatterte vor ihnen her und führte sie durch duftende Tunnels aus Lichtblüten. Hinter ihnen schlossen sich die Blüten wieder, als wäre nichts gewesen.
Dort trafen sie freundliche Tiere aus Sternenlicht: Ein Hase hoppelte mit langen, leuchtenden Ohren, die bei jedem Sprung funkelten. Ein Fuchs erzählte Geschichten mit einer Stimme, die klang wie leises Windspiel. Eine kleine Eule mit Sternenaugen setzte sich auf Lenas Schulter und blinzelte weise.
Gemeinsam tanzten sie, bis die Blumen müde wurden. Die Blüten schlossen langsam ihre leuchtenden Blätter, als würden sie sich zum Schlafen zusammenrollen. Die Tiere suchten sich Plätze zwischen den Pflanzen, kuschelten sich ein und wurden langsam schwächer im Licht, aber nicht ganz dunkel.
„Schau mal, der Garten schläft ein“, flüsterte Lena. Lucas nickte leise. „So wie wir gleich“, sagte er und gähnte.
Zurück unter dem Sternenfreund kuschelten Lucas und Lena sich eng aneinander. Der Traumgarten verschmolz langsam wieder mit der Wiese, bis nur noch der sanfte Duft und ein Hauch von Glitzern übrig waren.
Der Garten blieb in ihren Herzen blühen – für immer. Und wenn sie später die Augen schlossen, konnten sie die Lieder der Blumen und das Lachen der Sternentiere noch lange hören.

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