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Teil 24 - Lucas und Lena und die Wolkenwiege

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Am vierundzwanzigsten Abend war der Himmel voller weicher, heller Wolkenstreifen, obwohl es längst Nacht war. Lucas und Lena legten sich auf ihre Wiese, die Sternenflaschen standen diesmal neben ihnen im Gras und glommen leise. Hoch oben blinkte der Sternenfreund sanft, sein Licht wirkte heute irgendwie besonders müde und gemütlich.

Plötzlich löste sich ein Stück Wolke vom Himmel und schwebte langsam nach unten. Vor ihren staunenden Augen formte sie sich zu einer großen, flauschigen Mulde – einer Wolkenwiege, die direkt über der Wiese schwebte wie ein schaukelndes Bett. Ein dünner Lichtfaden führte von der Wiege hinauf zu ihrem Sternenfreund, als würde er sie festhalten.

Vorsichtig kletterten Lucas und Lena hinein. Die Wolke fühlte sich kühl und weich an, ein bisschen wie frisch gewaschene Bettwäsche, die draußen im Abendwind getrocknet ist. Sobald sie sich hinlegten, begann die Wolkenwiege ganz langsam hin und her zu schaukeln – nicht zu schnell, gerade so, dass der Bauch ein kleines bisschen kribbelte.

Unter ihnen wurde die Wiese kleiner, über ihnen kamen die Sterne näher. Die Sternenflaschen schwebten neben der Wiege und leuchteten wie zwei kleine Laternen. „Es ist, als würden wir mitten im Himmel schlafen“, flüsterte Lena und zog die Knie an.

Der Sternenfreund über ihnen pulsierte im gleichen Rhythmus wie das Schaukeln. Bei jedem Hin und Her flüsterte der Wind leise an ihren Ohren vorbei, als würde er Geschichten von anderen Kindern erzählen, die schon einmal unter diesem Himmel geträumt hatten. Lucas spürte, wie seine Gedanken langsamer wurden, als hätte jemand leise den Tag aus seinem Kopf gepustet.

Nach einer Weile senkte sich die Wolkenwiege wieder ganz sanft zur Wiese hinab. Kaum berührten ihre Füße das Gras, löste sich die Wolke in feinen Nebel auf, der sich wie eine Decke über die Wiese legte und alles gedämpft und still machte. Nur die Sternenflaschen glommen noch neben ihnen.

Im Bett stellten sie die Fläschchen auf ihre Nachtkästchen und zogen die Decken bis ans Kinn. „Heute fühlt sich mein Kopf an wie auf einer Wolke“, murmelte Lucas. „Dann fallen unsere Träume bestimmt weich“, antwortete Lena und schloss die Augen.

So schliefen Lucas und Lena in dieser Nacht ein, als würden sie noch immer leicht in einer unsichtbaren Wolkenwiege hin und her geschaukelt, während ihr Sternenfreund als hellster Punkt über dem Haus wachte.