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Teil 48 – Lucas und Lena und die Sternenuhr

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Am achtundvierzigsten Abend war der Himmel still, fast zu still.
Kein Karussell, kein Wirbel – nur ein zarter Schimmer um den Sternenfreund, als würde er etwas Wichtiges überlegen.

Lucas, Lena und Emilia standen schon auf der Wiese, ihre Halme in der Hand.
"Vielleicht brauchen wir heute gar keine große Reise", meinte Emilia.
In diesem Moment zog der Sternenfreund einen feinen Kreis aus Licht um sich, der sich langsam drehte – wie der Rand einer riesigen Uhr am Himmel.

Zwölf helle Sterne stellten sich an den Rand des Kreises, jeder in einem anderen Ton, von sanftblau bis gold.
"Eine Sternenuhr", flüsterte Lena. "Aber die zeigt keine Zeit…"
Als Antwort fiel ein Lichtstrahl auf die Wiese und zeichnete denselben Kreis ins Gras, nur kleiner.

Die drei stellten sich in die Mitte.
Sobald sie ihre Halme hochhielten, begannen die Sternenpunkte im Gras aufzuleuchten – jeder zeigte einen Moment aus ihrem bisherigen Abenteuer: die erste Wiese, das Wolkenboot, Emilias Balkon, die Insel, der Sternenmarkt.
"Er zeigt uns, wann wir mutig waren", sagte Lucas leise.

Dann flackerte ein Platz am Kreis, der noch dunkel war.
"Das ist die nächste Minute unserer Sternenuhr", überlegte Emilia. "Die, die noch fehlt."
Sie fassten sich an den Händen und schickten einen gemeinsamen Gedanken hinauf: Dass wir uns wieder treffen. Egal, wie voll unsere Tage sind.

Der dunkle Punkt füllte sich mit Licht.
Für einen Augenblick sahen sie darin kurz drei Kinder, die an einem ganz normalen Abend nur kurz aus dem Fenster schauten – müde, aber mit einem kleinen Lächeln.
"Das sind wir", sagte Lena. "Wenn mal keine große Reise ist. Nur wir und der Himmel."

Die Sternenuhr am Himmel wurde ruhiger und zog sich langsam wieder in den Nachthimmel zurück, bis nur der Sternenfreund und der junge Stern übrig waren.
Im Gras blieb ein schwacher Lichtring, der nach und nach verblasste – aber in ihren Köpfen blieb das Bild der Uhr, die nicht Stunden zählte, sondern gemeinsame Augenblicke.

"Vielleicht ist das das wichtigste Abenteuer", murmelte Lucas, als sie später im Bett lagen.
"Zu wissen, dass es auch dann weitergeht, wenn wir einfach nur hochschauen", sagte Emilia.
Lena nickte und sah zum Fenster: Genau in diesem Moment blinkte einer der zwölf Sterne einmal ganz besonders hell – als Zeichen, dass die Sternenuhr eine neue, kleine Minute hinzugefügt hatte.