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Teil 42 - Lucas und Lena (und Emilia) und die Sternenbrücke

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Am zweiundvierzigsten Abend fühlte sich der Himmel anders an – als hätte jemand leise „Los jetzt“ geflüstert.
Lucas und Lena standen auf ihrer Wiese, Emilia auf ihrem Balkon, ohne voneinander zu wissen, und alle drei hielten ihre leuchtenden Halme ein wenig fester als sonst.

Über der Wiese und über Emilias Haus glänzte der Sternenfreund gleichzeitig heller auf.
Zwischen ihm und dem jungen Stern neben ihm zog sich ein breiterer Lichtbogen als sonst, voll kleiner Funken, die wie tanzende Punkte hin und her huschten.
"Das sieht aus, als würde er eine Brücke bauen", murmelte Lena.

Auf Emilias Balkon kribbelte es in den Fingern.
Ihr Halm wurde plötzlich so warm, dass sie fast lachen musste, und aus seiner Spitze schoss ein dünner Strahl nach oben, genau dorthin, wo auch über der Wiese ein Strahl emporstieg.
In der Mitte des Himmels trafen sich die beiden Lichter – und begannen, sich zu einem glitzernden Bogen zu verweben.

Lucas blinzelte.
Nur für einen Augenblick sah er in diesem Bogen zwei kleine Lichtfiguren, die neben einem Geländer standen.
"Ich glaube, ich hab sie gesehen", keuchte er.
"Emilia", sagte Lena ruhig. "Heute ist ein Gemeinsam-Abend."

Die Halme der Kinder antworteten, indem sie kleine Lichtpunkte freigaben, die wie Sternensamen zur Brücke hinaufstiegen.
Jeder Funke trug ein Gefühl mit sich: Lucas schickte Mutlosigkeit und bekam Mut zurück, Lena schickte ihre Neugier und bekam Ruhe, Emilia schickte ihre leise Einsamkeit – und spürte plötzlich ein warmes, freundliches „Wir sind da“ in sich aufleuchten.

Von unten sah es aus, als würde der Sternenfreund eine langsame, feine Sternschnuppe in Form einer Brücke über den Himmel ziehen.
Für Lucas und Lena war es, als könnten sie auf dieser Brücke stehen und ganz weit hinüber zu einem Balkon schauen, auf dem ein Mädchen in einem Wolkenschlafanzug zurückwinkte – noch verschwommen, aber deutlich nicht mehr allein.
Emilia dagegen glaubte, am Rand der Lichtbrücke zwei Kinder mit leuchtenden Halmen zu erkennen, die ihr zaghaft zulächelten.

"Vielleicht ist das unser erstes gemeinsames Abenteuer", flüsterte Lucas in die Nacht.
"Eine Brücke bauen, ohne einen einzigen Schritt zu gehen", ergänzte Lena.
Emilia legte ihre Hand an den Halm und sagte leise: "Hallo, Lucas. Hallo, Lena."
Sie wusste nicht, woher die Namen kamen – nur, dass sie sich genauso richtig anfühlten wie ihr eigener.

Als der Himmel später dunkler wurde, legte sich die Sternenbrücke ganz langsam wieder zurück in die Nacht, bis nur noch der Sternenfreund und der junge Stern übrig blieben.
Doch in ihren Händen glühten die Halme noch lange nach – mit dem Wissen, dass nun etwas Neues zwischen ihnen dreien existierte: ein unsichtbarer Weg, der jederzeit wieder leuchten konnte, sobald einer von ihnen dachte: Heute brauchen wir ein Abenteuer zu dritt.