Teil 15 - Lucas und Lena und das Sternenzelt
Am fünfzehnten Abend war die Luft ein bisschen kühler, und der Himmel funkelte wie ein Meer aus kleinen Lichtern. Lucas und Lena saßen auf der Wiese und zogen die Knie an, als plötzlich ein besonders heller Strahl vom Sternenfreund auf sie herabfiel.
Der Lichtstrahl breitete sich vor ihnen wie ein Tuch aus und senkte sich dann langsam über sie. In wenigen Augenblicken standen sie in einem leuchtenden Sternenzelt. Die Wände bestanden aus schimmerndem Stoff, in dem unzählige kleine Sterne glühten, als säßen sie mitten im Himmel.
„Wow… das ist unser eigenes kleines Universum“, flüsterte Lena. Lucas strich mit den Fingern über die Zeltwand – jede Berührung ließ einen Stern kurz heller aufleuchten. „Schau, man kann sie anknipsen“, sagte er und lachte leise.
Über ihnen, an der Spitze des Zeltes, funkelte der Sternenfreund wie eine kleine, lebendige Laterne. „Vielleicht ist das ein Schlafplatz nur für heute Nacht“, meinte Lucas. Lena nickte. „Unser Sternenschlafzimmer“, sagte sie zufrieden.
Als sie sich hinlegten, passte sich der Boden an wie eine weiche Matratze aus warmem Licht. Zwischen ihnen flossen zarte Sternenbilder über den Stoff: das Wolkenboot, die Regenbogen-Brücke, der Musikmond, der Sternenspiegel, die Bibliothek, der Kompass. „Alle unsere Abenteuer passen in ein Zelt“, stellte Lena staunend fest.
„Vielleicht will er uns zeigen, dass alles hier Platz hat“, sagte Lucas und legte seine Hand in ihre. „Die Erinnerungen, unsere Träume und das, was noch kommt.“ Die Bilder wurden langsamer und verschwammen zu einem ruhigen Muster aus Lichtpunkten – wie ein großes, leuchtendes Mandala.
Draußen wehte noch immer der Wind, aber im Sternenzelt war es ruhig und geborgen. Der Sternenfreund an der Spitze blinkte langsam, fast wie ein Herzschlag. „Ich fühle mich, als würden wir direkt im Stern schlafen“, murmelte Lena schläfrig. „Tun wir ja irgendwie“, antwortete Lucas und schloss die Augen.
So schliefen Lucas und Lena in dieser Nacht in ihrem eigenen Sternenzelt ein – mitten zwischen all ihren Erinnerungen, sicher und warm unter dem wachsamen Leuchten ihres Freundes am Himmel.

No comments to display
No comments to display