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Teil 52 – Lucas und Lena und der Sternenfächer

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Am zweiundfünfzigsten Abend lag die Wiese in einem gespannterem Schweigen als sonst, als würde der Himmel auf etwas warten.
Lucas, Lena und Emilia setzten sich ins Gras, ganz ohne Halme.
"Vielleicht will der Himmel heute, dass wir anfangen", meinte Emilia.

Da wehte ein Windstoß über die Wiese und legte etwas zwischen ihnen ab, das wie ein zusammengefaltetes Stück Nacht aussah – mit silbernem Rand.
Als sie es aufhoben, merkten sie: Es war ein Fächer, auf dessen Rippen kleine Zeichen glitzerten – Welle, Berg, Blatt, Spirale, Tür, Stern.
"Ein Sternenfächer", sagte Lena leise.

Sie hielten ihn gemeinsam fest.
Lucas strich mit dem Finger über die Rippen und blieb bei einer Spirale stehen.
Sofort sprang der Fächer auf, und aus ihm schoss ein Spiralschwung aus Licht in den Himmel, der sich wie ein leuchtender Weg direkt über der Wiese niederließ.

Sie traten in die Lichtspirale.
Mit jedem Schritt veränderte sich der Himmel über ihnen: mal zeigte er Meer, mal eine ferne Stadt, mal eine ruhige, dunkle Fläche voller kleiner Sterne – wie lauter verschiedene Abende, die man alle ausprobieren könnte.
Als sie wieder in der Mitte ankamen, glomm die Spirale nur noch sanft im Gras.

"Der Fächer erzählt keine fertige Geschichte", sagte Lucas.
"Er zeigt uns, wie viele möglich wären", ergänzte Emilia.
Der Fächer klappte sich klein zusammen und blieb so, dass er genau in Lenas Tasche passte – wie ein Werkzeug für später.

Auf dem Heimweg wirkte der Himmel plötzlich wie eine große, leere Seite.
Doch für Lucas, Lena und Emilia fühlte es sich an, als hätten dort oben schon drei unsichtbare Überschriften Platz genommen – eine von jedem von ihnen, bereit für die nächsten Abende mit dem Sternenfreund.