Teil 1 - Lucas und Lena und der Sternenfreund
Eines Abends lagen Lucas und Lena nebeneinander im Gras, über ihnen ein Himmel voller funkelnder Sterne. Die Luft war still und kühl, und irgendwo in der Ferne zirpten ein paar Grillen. Lucas verschränkte die Hände hinter dem Kopf und atmete tief ein.
„Welcher Stern wohl unser Freund ist?“, fragte Lena leise. Sie drehte den Kopf zu Lucas und zeigte mit dem Finger in den Himmel, konnte sich aber bei all den Lichtern nicht entscheiden. „Es sind so viele. Vielleicht haben wir ja sogar mehr als einen Freund da oben“, flüsterte sie.
Lucas dachte kurz nach. „Vielleicht der da – der, der gerade zwinkert“, sagte er schließlich und deutete auf einen besonders hellen Stern. „Der hat uns bestimmt schon oft zugesehen.“
In diesem Moment glitzerte der Stern besonders hell, als hätte er sie gehört. Eine silberne Lichtbahn zog über den Himmel, ganz langsam, wie ein leuchtender Pinselstrich in der Dunkelheit. Plötzlich schien ein funkelnder Gruß auf Lucas’ Hand zu tanzen, als würde ein winziges Lichtwesen kurz über seine Finger hüpfen.
„Er hat uns wirklich gesehen!“, flüsterte Lena und lächelte schläfrig. Vorsichtig legte sie ihre Hand neben Lucas’ Hand, damit der kleine Lichtgruß sie beide berühren konnte. „Vielleicht passt er immer auf uns auf, wenn es dunkel ist“, murmelte sie.
Sie schwiegen eine Weile und schauten einfach nur nach oben. Die Sterne wirkten wie kleine Augen, die freundlich auf sie herabblickten. Der eine, den sie nun ihren Sternenfreund nannten, flackerte immer wieder auf, als würde er ihnen zuzwinkern.
„Wenn ich heute Nacht träume, dann von ihm“, sagte Lucas leise. „Dann weiß ich, dass ich nicht allein bin.“ Lena nickte. „Und wenn ich Angst habe, denke ich einfach an sein Licht“, antwortete sie.
Als sie kurz darauf im Bett lagen, glitzerte der kleine Stern an ihrem Fenster weiter. Durch den Vorhang fiel ein zarter Lichtfleck an die Wand, der sich kaum merklich bewegte, wie ein winziger Sternentanz in ihrem Zimmer. Lucas kuschelte sich tiefer in seine Decke und hörte Lenas leisen Atem nebenan durch die Wand.
So wussten sie: Er passte von oben auf sie auf – und würde auch morgen wieder da sein. Dieser Gedanke machte ihre Augen schwer, ihre Körper ganz ruhig und warm. Und so schliefen Lucas und Lena friedlich ein – mit einem leuchtenden Freund am Himmel, der über ihre Träume wachte.

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