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Teil 40 - Lucas und Lena und das Zwischenlicht

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Am vierzigsten Abend war der Himmel wieder klar, und Lucas und Lena saßen früh auf ihrer Wiese, die leuchtenden Halme in den Händen.
"Es fühlt sich an, als wären wir heute nicht nur zu dritt", sagte Lena und sah zum dritten Halm hinüber, dessen Samenkopf aufmerksam glühte.

Der Halm begann, sein Licht in feinen Wellen auszubreiten, bis sich um ihn ein sanfter Leuchtkreis bildete.
Als Lucas und Lena ihre Halme dicht danebenlegten, entstand zwischen allen dreien eine kleine, tiefe Lichtfläche, die sie wortlos näher zu sich zog.

Darin tauchten Farben auf – warmes Gelb, weiches Blau – und dann das vertraute Bild: der Balkon, das Mädchen im Wolkenschlafanzug und der kleine Halm in ihrem Blumentopf.
"Da ist sie wieder", flüsterte Lucas.
Sie spürten ihr Staunen und ihre Unsicherheit, als würde ein Stück ihres Gefühls durch das Licht zu ihnen herübergleiten.

"Sie denkt vielleicht, sie ist mit ihrem Halm allein", murmelte Lena.
Der Sternenfreund blinkte ruhig über ihnen, und in der Lichtfläche sahen sie plötzlich auch sich selbst: zwei Kinder auf einer Wiese, zwei Halme im Schoß, die Stirnen dicht über dem Leuchten.
Ein dünnes Band verband ihre Wiese mit dem fernen Balkon.

"Das ist unsere Geschichte dazwischen", sagte Lucas leise.
"Lucas und Lena und das Zwischenlicht", ergänzte Lena, und der Sternenfreund flackerte kurz heller, als hätte ihm der Name gefallen.

Langsam verblasste das Bild, doch das Gefühl blieb, als wäre eine unsichtbare Linie am Himmel gezeichnet worden.
"Ich glaube, sie hat heute fast das Gleiche gefühlt wie wir", sagte Lena später im Bett.
"Nur auf ihrem Balkon statt auf unserer Wiese."

Draußen wachte der dritte Halm im Gras, und über ihm leuchteten zwei Sterne ein wenig heller als die anderen – der Sternenfreund und ein kleiner, junger Stern daneben.
Zwischen beiden spannte sich ein zarter Lichtfaden, so fein, dass man ihn nur sehen konnte, wenn man längst begonnen hatte, an ihn zu glauben.