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Teil 2 - Lucas und Lena und das Sternenabenteuer

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Eines nächsten Abends schlichen Lucas und Lena wieder auf die Wiese. Sie kannten den Weg inzwischen fast im Schlaf, doch heute fühlte er sich besonders aufregend an, als wäre die Nacht voller Versprechen. Der Himmel war dunkelblau, und die ersten Sterne glommen bereits wie kleine Funken.

Der Sternenfreund blinkte heller als je zuvor, als wollte er sagen: „Kommt näher!“ Lucas grinste. „Siehst du? Er hat auf uns gewartet“, sagte er und setzte sich ins Gras. Lena setzte sich neben ihn, zog die Knie an und legte das Kinn darauf.

Plötzlich fiel ein winziger, funkelnder Sternschnuppen-Staub auf Lenas Hand. Er fühlte sich kühl und gleichzeitig kribbelig an, als ob viele kleine Federn auf einmal über ihre Haut strichen. „Er schenkt uns etwas!“, rief Lucas, seine Augen leuchteten vor Freude.

Der Staub wirbelte empor, als hätte er seine eigene Musik, und tanzte um ihre Hände und Köpfe. Er zog glitzernde Kreise in die Luft und formte schließlich eine silberne Schaukel, die sanft zwischen zwei alten Eichen schwang. Die Ketten schimmerten wie Mondlicht, und die Sitzfläche sah aus wie ein Stück weiche Wolke.

Lena kicherte und setzte sich drauf, vorsichtig zuerst, als wäre sie sich nicht sicher, ob die Schaukel sie tragen würde. Doch sie fühlte sich stabil und zugleich federleicht an. Lucas folgte, setzte sich neben sie, und die Schaukel bewegte sich langsam vor und zurück.

Die Schaukel hob sie hoch in die Luft, zuerst nur ein kleines Stück, dann immer höher, aber immer sanft. Sie schwebten vorbei an flauschigen Wolken, die wie große Kissen aussahen, und an lachenden Sternen, die um sie herum blinkten. Der Wind fuhr ihnen durch die Haare, doch er war weich und warm wie eine Umarmung.

„Das ist unser Geheimnis!“, flüsterte Lena, während sie nach einem besonders hellen Stern griff, der dicht an ihnen vorbeizog. Lucas nickte. „Keiner würde uns glauben, dass wir eine Sternenschaukel haben“, sagte er mit einem kleinen, stolzen Lächeln.

Sie schlossen für einen Moment die Augen und spürten, wie die Schaukel sie trug, als würden sie im Takt des Sternenlichts hin und her gewiegt. Oben war es still, nur ein leises Glitzern und Summen schien die Nacht zu füllen.

Unten auf der Erde wiegten sie sich schließlich sanft zurück ins Gras. Die Schaukel löste sich langsam wieder in Staub auf, der wie glitzernde Schneeflocken auf die Wiese sank und dann verschwand.

Der Sternenfreund zwinkerte zum Abschied, langsam und freundlich. Lucas und Lena lagen noch einen Moment schweigend da und hörten ihr Herz klopfen, ruhig und zufrieden. So träumten Lucas und Lena von neuen Abenteuern – bis der Morgen sie weckte. Und sie wussten: Die Sternenschaukel wartete irgendwo dort oben auf sie.