Teil 6 - Lucas und Lena und der Musikmond
Am sechsten Abend sang der Sternenfreund eine Melodie, die den Mond zum Leuchten brachte. Es war eine leise, zarte Melodie, die zuerst nur wie ein Hauch klang, dann immer klarer wurde. Der Mond, der vorher still am Himmel stand, begann langsam heller zu strahlen.
Aus silbernen Noten formte sich ein Musikmond, der sanft zur Wiese schwebte und einlud. Um ihn herum tanzten kleine Notenschlüssel aus Licht, die wie Funken in der Luft schwebten. „Tanzen wir!“, jauchzte Lucas und sprang auf.
Lena griff seine Hand, und sie wirbelten zu himmlischer Musik. Die Töne fühlten sich an wie weiche Wellen, die durch ihre Füße in ihre Körper flossen. Sterne klatschten im Takt, indem sie kurz aufblinkten und wieder dunkler wurden. Wolken summten mit, tief und beruhigend, wie ein Chor im Hintergrund.
Sie spielten Verstecken mit lachenden Mondstrahlen, die kitzelnde Lieder flüsterten. Wenn ein Strahl sie berührte, mussten sie lachen, ohne zu wissen warum. Manchmal schien ein Strahl sich um ihre Schultern zu legen wie ein Schal aus Licht.
Der Garten, der gestern noch aus Blumen bestanden hatte, blühte nun im Rhythmus der Musik auf. Kleine Lichtpunkte sprangen wie Funken aus dem Boden, immer dann, wenn ein besonders hoher Ton erklang.
Der Sternenfreund dirigierte das Finale mit einer weiten Bewegung seines Lichts. Die Musik wurde immer langsamer, weicher, wie ein Schlaflied. Müde und glücklich kuschelten Lucas und Lena sich schließlich nebeneinander ins Gras.
Mit Melodien in ihren Träumen schlossen sie die Augen. Der Musikmond schwebte langsam wieder nach oben, bis er nur noch als normaler Mond am Himmel zu sehen war – aber in ihren Herzen spielte die Musik weiter.

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