Teil 80 – Lucas, Lena und die Olchis im Zirkus

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Am achtzigsten Abend saßen Lucas und Lena auf dem Bett und jonglierten mit Socken.
„Wir machen Zirkus“, meinte Lucas.
„Dann brauchst du mehr Publikum als den Kleiderschrank“, sagte Lena.
Da hörten sie draußen ein „Olchi-Ahoi, der Zirkus ist muffig!“ – und sahen: Vor dem Haus stand ein Zelt, geschmückt mit schiefen Mülltonnen und Fahnen aus alten Putzlappen.
Auf dem Schild: „Zirkus Schmuddelfing – Eintritt nur mit dreckigen Füßen.“

Die Olchis waren natürlich die Stars:
Olchi-Oma als Hochseil-Schlammwerferin, Olchi-Papa als „Großer Pupsmagier“, die Olchi-Kinder als „Rülpsakrobaten“, Olchi-Opa verkaufte „Stinkersocken-Eis“ aus geschmolzenen Socken mit Knoblauch.
Lucas und Lena bekamen VIP-Plätze direkt neben dem Manegen-Müllhaufen.
„Willkommen zur Großen Olchi-Zirkus-Mieferei“, rief der Sprecher ins Staubsauger-Mikrofon. „Die schmutzigste Akrobatik, die muffigste Magie der Welt!“

Zuerst rülpsten die Olchi-Kinder Trampolin über Autoreifen, bis ein besonders langer „Rüüülps“ in der Zeltkuppel hängen blieb und als Rülpswolke schwebte.
„Das ist unsere Nebelmaschine“, erklärte Olchi-Papa stolz.
Dann erschien er als Pupsmagier im Gardinen-Mantel, hielt einen alten Mülleimer hoch und versprach, einen frischen Apfel zu zaubern.
Alle Olchis riefen „Igitt!“, Lucas und Lena „Wow!“.
Ein Puff, ein bisschen Mief – und tatsächlich lag ein glänzender Apfel im Eimer.
„Den dürfen Menschenkinder behalten“, entschied Olchi-Oma großmütig.

Olchi-Oma balancierte anschließend über ein Seil aus zusammengeknoteten Gürteln und warf Schlammknödel auf Zielscheiben.
Ein Knödel klatschte direkt vor Lenas Platz, aber statt echtem Matsch war es nur Fantasie-Schlamm, der wie Konfetti aussah.
„Das ist Traum-Schmutz“, erklärte der Sprecher. „Den nimmt man mit in die Nacht, aber nicht in die Waschmaschine.“

Zum Finale wurde es überraschend leise.
„Jetzt kommt unsere Große Ruhe-Nummer“, sagte Olchi-Opa. „Wir können auch leise – manchmal.“
Die Lichter wurden gedimmt; eine sanfte Wolke aus warmem Mief legte sich wie eine muffelige, aber liebevolle Decke über das Zelt.
Olchi-Oma öffnete eine kleine Dose mit der Aufschrift „Zirkus-Schlaf“.
Heraus kamen ein winziges „Hihi“, ein ganz leises „Mmmh“ und ein „Pfft“, das mehr Ausatmen als Pups war.
„Die sind nur für die Nacht“, flüsterte sie.
Lucas nahm das „Mmmh“, Lena das winzige „Hihi“ in ihre Vorstellung, wie zwei kleine Geräuschfunken.

Später lagen sie wieder im Bett, den Apfel-Schatz auf dem Nachtkästchen.
Im Zimmer war es ordentlich, aber ein bisschen olchig gemütlich.
Lucas spürte das „Mmmh“ wie eine weiche Decke im Bauch, Lena das „Hihi“ wie ein Lachen, das schon schläft.
Draußen funkelte der Sternenfreund, als hätte er alles gesehen.
„Gute Nacht, Zirkus-Olchis“, flüsterte er.
Der Schlaf kam wie die letzte Nummer im Zirkus: kein lauter Knall, sondern ein großes, warmes Ausatmen, nach dem nur noch ganz leises Lachen im Bauch übrig bleibt.


Created 2026-07-28 20:12:37 CEST by Sascha Jelinek
Updated 2026-07-28 20:17:36 CEST by Sascha Jelinek