Teil 16 - Lucas und Lena und der Flüstermond Am sechzehnten Abend hing der Mond groß und rund über der Wiese, als wäre er extra nah gekommen. Der Sternenfreund leuchtete etwas leiser, als würde er dem Mond die Bühne überlassen. Ein Lichtstrahl verband den Sternenfreund mit dem Mond, und auf der Mondoberfläche erschien ein kleines, freundliches Gesicht. Zwei warme Lichtkügelchen schwebten zu Lucas und Lena und setzten sich wie sanfte Ohrwärmer an ihre Ohren. „Ich bin der Flüstermond“, hörten sie eine leise Stimme. „Ich sammle, was ihr nachts ins Dunkel sagt – Wünsche, Sorgen und kleine Danke.“ Lucas dachte an Abende, an denen er nicht einschlafen konnte und heimlich mit dem Himmel gesprochen hatte. „Du hast das alles gehört?“, fragte er. „Ja“, antwortete der Mond. „Eure Sorgen teile ich in winzige Stücke und mache daraus Sterne. Dann werden sie leichter. Eure Wünsche schicke ich als Träume zu euch zurück.“ Über ihnen funkelten einige Sterne plötzlich etwas heller. Lena lächelte. „Dann gehen unsere Worte nie verloren“, flüsterte sie. Der Sternenfreund blinkte zustimmend neben dem Mond. Die Lichtkügelchen lösten sich auf, doch in Lucas und Lena blieb ein warmes Gefühl zurück, als hätten sie nun eine kleine Mondstimme im Herzen. „Ihr könnt jederzeit flüstern“, sagte der Mond. „Ich höre zu.“ Mit diesem Gedanken legten sie sich ins Gras, die Augen wurden schwer, und der Himmel verschwamm zu einem ruhigen Blau voller kleiner, leichter Sorgensterne. So schliefen Lucas und Lena ein – im sicheren Wissen, dass der Flüstermond und ihr Sternenfreund über ihren Träumen wachten.