Teil 14 - Lucas und Lena und der Sternenkompass Am vierzehnten Abend wehte ein leiser Wind über die Wiese, als Lucas und Lena sich hinlegten. Der Sternenfreund funkelte besonders lebhaft, als wolle er sagen: „Heute zeige ich euch den Weg.“ Mit einem sanften Lichtblitz ließ er ein kleines, rundes Objekt vor ihnen ins Gras schweben: einen schimmernden Sternenkompass. Er sah aus wie ein Kompass aus Glas, doch statt einer Nadel drehte sich darin ein winziger Stern. „Wohin zeigt er?“, fragte Lena neugierig. Lucas hob den Kompass vorsichtig auf. Der kleine Stern im Inneren drehte sich kurz im Kreis und blieb dann in eine Richtung stehen – nicht nach Norden, sondern direkt auf den Sternenfreund zu. Kaum machten sie einen Schritt in diese Richtung, glimmten auf der Wiese schwache Lichtpunkte auf und formten einen Pfad aus Sternenstaub. „Ein Weg für uns“, flüsterte Lucas. Hand in Hand folgten sie dem leuchtenden Pfad. Er führte sie an all den Orten vorbei, die sie schon kannten: Sie sahen die Bäume der Sternenschaukel, das Feld, wo einst das Wolkenboot gelandet war, und die Stelle, an der die Regenbogen-Brücke begonnen hatte. Über jedem Ort schwebte ein kleiner, freundlicher Lichtfunken, wie ein Erinnerungszeichen. Der Kompass drehte sich jedes Mal ein Stück weiter, wenn sie an einer Erinnerung vorbeigingen, und zeigte ihnen den nächsten Ort. „Er führt uns durch unsere eigenen Abenteuer“, stellte Lena fest. „Damit wir sehen, wie weit wir schon gekommen sind.“ Am Ende des Pfades standen sie wieder auf ihrer vertrauten Wiese – genau dort, wo sie immer lagen, wenn sie in den Himmel schauten. Der Sternenkompass glühte nun warm in Lucas’ Hand, als hätte er seine Aufgabe erfüllt. „Vielleicht zeigt er uns nicht nur Orte“, sagte Lucas leise, „sondern auch, was für uns wichtig ist.“ Lena nickte. „Freundschaft, Mut, Träume… und unser Sternenfreund“, zählte sie auf. Der kleine Stern im Kompass drehte sich ein letztes Mal und blieb dann ruhig – diesmal zeigte er nicht nach draußen, sondern auf sie beide. „Jetzt zeigt er auf uns“, staunte Lena. „Vielleicht, weil wir unseren Weg im Herzen tragen“, meinte Lucas. Sie setzten sich ins Gras, der Kompass zwischen ihnen. Über ihnen strahlte der Sternenfreund still und zufrieden. So schliefen Lucas und Lena in dieser Nacht mit dem Gefühl ein, einen Sternenkompass zu haben, der ihnen immer wieder den Weg zu ihren Träumen und zueinander zeigt.